Wenn es um Auflösung geht, begegnet einem fast immer die Abkürzung dpi. Sie steht für dots per inch, auf Deutsch Punkte pro Zoll. Doch dpi wird oft mit ppi und lpi verwechselt – und die berühmten „72 dpi“ führen regelmäßig zu Missverständnissen. Dieser Artikel erklärt die Begriffe, nennt die richtigen Werte für Druck und Bildschirm und zeigt, wie man die nötige Pixelzahl berechnet. Praktische Beispiele für Druckvorlagen stehen im Artikel Die richtige Auflösung.

Was dpi bedeutet

dpi steht für „dots per inch“, also Punkte pro Zoll. Ein Zoll (inch) entspricht 25,4 Millimetern. dpi beschreibt die Anzahl der gedruckten oder ausgegebenen Punkte auf einer Strecke von einem Zoll.

Ein einfaches Anschauungsbeispiel: Befinden sich 12 Punkte auf einem Zoll, entspricht das 12 dpi. Sind es 24 Punkte, entspricht das 24 dpi, bei 48 Punkten 48 dpi. Je mehr Punkte auf derselben Strecke untergebracht werden, desto feiner und detailreicher wirkt die Darstellung.

Für die gebräuchlichere metrische Angabe lässt sich dpi in Punkte pro Zentimeter umrechnen. 300 dpi entsprechen ungefähr 118 Punkten pro Zentimeter. Diese Umrechnung hilft beim Vergleich mit deutschen Maßangaben.

dpi, ppi und lpi – drei verschiedene Einheiten

ppi – Pixels per Inch

ppi bezeichnet die Pixeldichte einer Bilddatei in Bezug auf die Ausgabegröße. Diese Einheit beschreibt, wie viele Bildpixel auf einem Zoll platziert werden, wenn das Bild in einer bestimmten Größe wiedergegeben wird. ppi ist eine Eigenschaft der digitalen Bilddatei in Verbindung mit einer gewünschten Druck- oder Anzeigegröße.

dpi – Output-Punkte des Geräts

dpi beschreibt die Punkte, die ein Ausgabegerät tatsächlich setzt. Bei Druckern handelt es sich um physische Tintentropfen oder Tonerpunkte. Typische Werte variieren je nach Gerätetyp: Laserdrucker arbeiten häufig mit 600 bis 1.200 dpi, Tintenstrahldrucker erreichen oft 1.200 bis 4.800 dpi, und Druckplattenbelichter (CtP) liefern 2.400 dpi und mehr.

lpi – Lines per Inch

lpi steht für die Rasterweite im Offsetdruck und gibt an, wie viele Rasterlinien pro Zoll gedruckt werden. Im Offsetdruck wird das Bild in Punkte gerastert; die Rasterweite bestimmt, wie dicht diese Rasterlinien sind. Ein 60er-Raster entspricht 60 Linien pro Zentimeter, was ungefähr 150 lpi entspricht. Zeitungsdruck verwendet gröbere Raster, typischerweise etwa 34 bis 40 Linien pro Zentimeter.

Im Alltag wird „dpi“ häufig als Synonym für ppi verwendet. Das führt zu Verwechslungen, weil dpi das Ausgabe-Verhalten des Geräts beschreibt, während ppi die Auflösung der Bilddatei in Bezug auf eine physische Größe angibt.

Wie viel Auflösung für welchen Zweck?

Für unterschiedliche Medien und Druckverfahren sind unterschiedliche Zielauflösungen sinnvoll. Die folgende Tabelle zeigt empfohlene ppi-Werte für typische Anwendungen.

Anwendung Empfohlene Auflösung
Offsetdruck Farbbild 300 ppi
Strichzeichnung/Bitmap 1.200 ppi
Digitaldruck 300 ppi
Plakat A1/A0 150 ppi
Banner/Messewand 72–100 ppi
Zeitung ca. 200 ppi
Bildschirm Nur Pixelzahl zählt

Die Herleitung für 300 ppi im Offsetdruck ist folgendermaßen: Eine typische Rasterweite von 150 lpi wird mit einem Qualitätsfaktor von 2 multipliziert, wodurch sich 300 ppi ergeben. Dieser Faktor berücksichtigt die benötigte Pixeldichte, damit gerasterte Farbbilder detailreich und scharf wiedergegeben werden.

Für Strichzeichnungen oder Bitmap-Grafiken, bei denen scharfe Kanten entscheidend sind, sind deutlich höhere ppi-Werte notwendig, weshalb 1.200 ppi angegeben werden.

Für großformatige Betrachtungsabstände, etwa Plakate im Format A1/A0 oder Messewände, reichen niedrigere ppi-Werte, weil die Betrachtung meist aus größerer Entfernung erfolgt und das Auge weniger Auflösung benötigt.

Der 72-dpi-Mythos

Die Angabe 72 dpi geht auf die ersten Macintosh-Bildschirme zurück, die 1984 eine Pixeldichte von 72 Pixeln pro Zoll aufwiesen. Diese historische Zahl wurde vielfach übernommen und ist heute noch in vielen Programmen oder als Faustregel präsent.

Heutige Displays besitzen oft deutlich höhere Pixeldichten, häufig im Bereich von 100 bis 500 ppi. Deshalb ist die alte Zahl für moderne Bildschirme nicht mehr repräsentativ.

Wichtig für den Druck ist: Eine Datei mit 3.000 Pixeln Breite und der Angabe „72 dpi“ ist für den Druck genauso brauchbar wie dieselbe Datei mit der Angabe „300 dpi“ – die Zahl ist nur ein Vermerk in der Datei, der die vorgesehene Druckgröße beschreibt. Entscheidend ist die tatsächliche Pixelzahl im Verhältnis zur gewünschten Druckgröße, nicht die eingestellte dpi-Angabe allein.

Auflösung berechnen

Für die Arbeit mit Bildern sind zwei grundlegende Berechnungen wichtig: die Umrechnung von physischer Größe in Pixel und die Bestimmung der Druckgröße aus Pixeln.

Von Millimetern beziehungsweise Zoll zu Pixel

Formel: Pixel = Breite in mm ÷ 25,4 × ppi.

Beispiel: Ein A4-Bild bei 300 ppi ergibt eine Pixelgröße von 2.480 × 3.508 Pixel. Diese Werte entstehen aus der A4-Abmessung in Millimetern umgerechnet auf Zoll und mit 300 ppi multipliziert.

Von Pixeln zur Druckgröße

Formel: Druckgröße in mm = Pixel ÷ ppi × 25,4.

Beispiel: Eine Bilddatei mit 1.920 Pixeln Breite ergibt bei 300 ppi eine Druckbreite von rund 163 mm. Damit lässt sich vor dem Druck prüfen, ob die vorhandene Pixelzahl für die gewünschte Ausgabegröße ausreicht.

Bild richtig auf 300 ppi bringen

  1. Photoshop: „Bild > Bildgröße“ verwenden.
  2. „Neu berechnen“ ausschalten, damit die Pixelanzahl nicht künstlich verändert wird.
  3. Auflösung auf 300 ppi setzen und prüfen, ob die resultierende physische Größe in Millimetern den Anforderungen entspricht.
  4. Wenn die resultierende Größe zu klein ist, sollten keine Bildteile künstlich hochgerechnet werden, weil das zu Qualitätsverlust führt.
  5. Farbraum für den Offsetdruck prüfen: Gedruckt wird in CMYK, Details im Artikel Farbraum RGB vs. CMYK.

Das Ausschalten der Option „Neu berechnen“ bewirkt, dass beim Einstellen der Auflösung die Pixelanzahl erhalten bleibt und nur die angenommene Druckgröße angepasst wird. Dadurch bleibt die Bildqualität erhalten und es wird ersichtlich, ob die Datei für die geplante Druckgröße geeignet ist.

Beim Hochrechnen von Bildern entstehen Interpolationsartefakte und weiche Kanten. Deshalb ist es besser, von Anfang an eine Datei mit ausreichender Pixelanzahl zu verwenden oder eine höher aufgelöste Originaldatei zu beschaffen.

Technische Unterschiede in der Praxis

Druckerhersteller geben dpi-Werte an, die oft sehr hoch erscheinen. Diese hohen dpi-Zahlen betreffen die kleinsten vom Gerät setzbaren Punkte oder Tropfen und sind nicht direkt mit der für den Druck benötigten Bildauflösung in ppi gleichzusetzen.

Bei Tintenstrahldruckern kann eine hohe dpi-Zahl zur besseren Tonwertabstufung beitragen, weil kleinere Tintentröpfchen feinere Abstufungen ermöglichen. Bei Laserdruckern und CtP-Anlagen beschreibt dpi die Auflösung der Belichtungseinheit oder die Genauigkeit der Tonerauftragung.

Im Offsetdruck bestimmt die Rasterweite (lpi) die Qualität des gerasterten Druckbildes. Höhere Rasterweiten ermöglichen feinere Detailwiedergabe, setzen jedoch eine höhere ppi-Bildvorlage voraus.

Praxisbeispiele für die Vorbereitung von Druckdaten

Beispiel 1: Offsetdruck Farbbild

  • Gewünschte Ausgabegröße definieren.
  • Rasterweite des Druckereibetriebs erfragen (z. B. 150 lpi) und die gewünschte ppi daraus ableiten (150 lpi × 2 = 300 ppi).
  • Bilddatei auf 300 ppi prüfen und bei Bedarf eine größere Pixeldatei verwenden.

Beispiel 2: Plakat A1/A0

  • Plakate werden aus größerer Entfernung betrachtet; 150 ppi sind häufig ausreichend.
  • Für riesige Drucke wie Messewände kann der Wert weiter reduziert werden (72–100 ppi), solange die Betrachterdistanz groß ist.

Beispiel 3: Zeitung

  • Wegen grobem Papier und schneller Druckverfahren kann eine reduzierte ppi-Zahl ausreichend sein; ca. 200 ppi ist ein gängiger Wert.
  • Raster und Papierbeschaffenheit beeinflussen die Detailwiedergabe stark.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dpi und ppi?

dpi beschreibt die Punkte des Ausgabegeräts, ppi die Pixeldichte einer Bilddatei in Bezug auf die Ausgabegröße.

Reicht 72 dpi für den Druck?

72 dpi sind nur dann ausreichend, wenn die Pixelanzahl im Verhältnis zur gewünschten Druckgröße stimmt; die Zahl allein sagt nichts über Druckqualität aus.

Warum wird für Offsetdruck 300 ppi empfohlen?

300 ppi ergeben sich aus einer üblichen Rasterweite von 150 lpi multipliziert mit einem Qualitätsfaktor von 2; das ergibt eine angemessene Detailwiedergabe für Farbbilder.

Wie lassen sich Qualitätsverluste beim Skalieren vermeiden?

„Neu berechnen“ ausschalten und nur die Auflösung anpassen; bei Bedarf eine größere Originaldatei verwenden oder Vektoren nutzen.