Neben den bekannten DIN-A-Formaten haben sich im Druck einige Maße als Quasi-Standard durchgesetzt, obwohl sie nicht oder nur teilweise genormt sind: DIN lang, das Visitenkartenformat, die Scheckkarte, die Postkarte. Dazu kommen die Umschlagformate der C-Reihe und die Großformate der Außenwerbung. Dieser Überblick nennt die genauen Maße und sagt, wofür welches Format gedacht ist.

DIN A als Basis, Quasi-Standards im Alltag

Die DIN-A-Reihe nach DIN 476 bzw. ISO 216 bildet die Grundlage für viele Papier- und Druckformate. Ein bekanntes Beispiel ist A4 mit 210 × 297 mm.

Die Proportionen der A-Reihe erleichtern das Skalieren und Falzen: Halbieren oder Verdoppeln eines A-Formats ergibt jeweils benachbarte A-Formate. Bei nicht genormten Formaten entfällt diese exakte Skalierbarkeit, daher ist auf Abmessungen und Beschnitt zu achten.

DIN lang

DIN lang ist kein eigenes Papierformat der DIN-A-Reihe, sondern ein Drittel eines A4-Blatts, geteilt an der langen Seite. Das exakte Maß beträgt 99 × 210 mm. Den Namen hat es vom gleichnamigen Briefumschlag.

In der Praxis bieten Druckereien jedoch häufig die Variante 105 × 210 mm an. Diese verbreitete Version ist nicht das exakte Drittel von A4 und sollte vor der Bestellung geprüft werden, um Layout- oder Passungsfehler zu vermeiden.

Für Briefumschläge existiert das Format DL (Umschlag DIN lang) mit den Maßen 110 × 220 mm. Dieser Umschlag nimmt ein zweimal gefalztes A4-Blatt auf.

Fensterumschläge im Format DL sind häufig nach Vorgaben wie DIN 5008 oder DIN 680 ausgeführt. Bei Versanddokumenten ist auf die Position des Fensterinhalts und die Fenstergröße zu achten.

Kurzbriefe, Compliment Cards, Gutscheine und Eintrittskarten werden oft in DIN lang gestaltet. Auch die meisten Folder haben dieses Endformat: ein A4-Bogen, zweimal gefalzt, ergibt einen 6-seitigen Folder, ein Bogen von 396 × 210 mm mit drei Falzen einen 8-seitigen.

Briefbogen nach DIN 5008

Für Geschäftsbriefe auf A4 legt die DIN 5008 fest, wo das Anschriftfeld sitzt, damit es im Fenster eines DL- oder C6/5-Umschlags erscheint. Das Anschriftfeld ist 85 mm breit und 45 mm hoch und beginnt 20 mm vom linken Rand. Bei Form B liegt es 45 mm unter der Oberkante, bei Form A mit ihrem kleineren Briefkopf 27 mm. Passend dazu werden Falzmarken gedruckt: bei Form B nach 105 und 210 mm, bei Form A nach 87 und 192 mm, dazu eine Lochmarke in der Blattmitte bei 148,5 mm.

Visitenkarten

In Deutschland gilt als übliches Visitenkarten-Maß 85 × 55 mm. Eine Norm dafür gibt es nicht.

Angelehnt an Scheckkarten sind Visitenkarten auch mit 85 × 54 mm verbreitet. Abweichende Maße können beim Druckdienstleister vorliegen; deshalb ist die Abmessung vor Produktionsfreigabe zu kontrollieren.

International bestehen Unterschiede: In USA und Kanada ist das gängige Maß 3,5 × 2 Zoll (88,9 × 50,8 mm). In Japan werden häufig 91 × 55 mm verwendet.

Scheckkartenformat

Das ISO/IEC 7810 Format ID-1 beschreibt das Scheckkartenformat mit den Maßen 85,60 × 53,98 mm.

Typische Merkmale sind abgerundete Ecken. Das Format gilt für Bank- und Kreditkarten, EC-Karten sowie einige amtliche Dokumente.

Seit November 2010 wird auch der deutsche Personalausweis in diesem Format ausgegeben, ebenso der EU-Kartenführerschein. Weil Geldautomaten, Kartenleser und Portemonnaies auf dieses Maß ausgelegt sind, sind Abweichungen hier praktisch ausgeschlossen – anders als bei Visitenkarten, die sich nur daran anlehnen.

Postkarten und Karten

Die Standardpostkarte entspricht DIN A6 mit 105 × 148 mm.

Die Deutsche Post definiert zulässige Maße für Postkarten im Versandbereich. Zulässig sind Postkarten von 140 × 90 mm bis 235 × 125 mm. Für den Versand ist ein Mindestgewicht von 150 g/m² zu beachten.

Klappkarten entstehen durch das Falzen eines A5-Blatts auf A6. Quadratische Karten sind ebenfalls verbreitet, zum Beispiel 148 × 148 mm.

Umschläge

Die C-Reihe der Umschläge passt direkt zur A-Reihe der Papierformate.

Beispiele:

  • C6 mit 114 × 162 mm: passend für A6 oder ein A4-Blatt zweimal gefaltet.
  • C5 mit 162 × 229 mm: passend für A5 oder ein A4-Blatt einmal gefaltet.
  • C4 mit 229 × 324 mm: passend für A4-Dateien ohne Faltung.

Für größere Inhalte ist die B-Reihe vorgesehen. Ein Beispiel ist B4 mit 250 × 353 mm.

Bei der Auswahl des Umschlags ist auf Innenmaß, Klappenform und Materialstärke zu achten. Fensterumschläge benötigen abgestimmte Fensterpositionen und -größen.

Plakate und Großformate

Die A-Reihe bietet auch für Plakate und Großformate gebräuchliche Maße. Beispiele sind A3, A2 mit 420 × 594 mm, A1 mit 594 × 841 mm und A0 mit 841 × 1189 mm.

Für Außenwerbung gelten andere, deutlich größere Standardformate. Eine häufig genutzte Großfläche ist 18/1 mit 356 × 252 cm.

City-Light-Poster haben typische Maße von 119 × 176 cm, wobei die sichtbar nutzbare Fläche etwa 116 × 171 cm beträgt.

Bei Plakaten sind Betrachtungsentfernung, Lesbarkeit der Typografie und Materialwahl zentral. Druckauflagen, UV-Schutz und wetterfeste Materialien beeinflussen Haltbarkeit im Außenbereich.

Übersichtstabelle aller genannten Formate

Format Maß in mm typischer Einsatz
A4 210 × 297 Bürodokumente, Briefe
DIN lang (exakt) 99 × 210 Flyer, Kurzbriefe
DIN lang (gängig) 105 × 210 Flyer (verbreitete Variante)
Umschlag DL 110 × 220 Umschläge für zweimal gefalztes A4
Visitenkarte (D) 85 × 55 Visitenkarten
Visitenkarte (angelehnt) 85 × 54 Visitenkarten
Visitenkarte (USA/CAN) 88,9 × 50,8 Visitenkarten
Visitenkarte (Japan) 91 × 55 Visitenkarten
Scheckkartenformat (ID-1) 85,60 × 53,98 Bank-, Kreditkarten, Ausweise
Postkarte (DIN A6) 105 × 148 Postkarten
Postkarte (Deutsche Post Bereich) 140 × 90 bis 235 × 125 Postkarten für den Postversand
Quadratische Karte 148 × 148 Gruß- und Klappkarten
C6 Umschlag 114 × 162 Umschlag für A6, gefaltetes A4
C5 Umschlag 162 × 229 Umschlag für A5, gefaltetes A4
C4 Umschlag 229 × 324 Umschlag für A4
B4 250 × 353 Umschläge für größere Inhalte
A3 297 × 420 Plakate, Flyer
A2 420 × 594 Plakate
A1 594 × 841 Plakate
A0 841 × 1189 Großplakate
18/1 Großfläche 3560 × 2520 Außenwerbung
City-Light-Poster 1190 × 1760 (sichtbar ca. 1160 × 1710) Stadtmöblierung, Leuchtkästen

Tipps zur Formatwahl

  • Porto und passenden Umschlag vor Produktionsfreigabe klären.
  • Anschnitt von 2–3 mm einplanen, um saubere Schnittkanten zu gewährleisten.
  • Sonderformate führen oft zu höherem Papierverschnitt und damit zu Mehrkosten.
  • Bei Falzprodukten Falzrichtung und -kanten im Layout berücksichtigen.
  • Für postalische Sendungen Gewicht und Materialstärke prüfen, da Versandklassen dadurch beeinflusst werden.
  • Bei Fensterumschlägen Fensterposition mit Empfängerdaten abgleichen.
  • Für Außenwerbung Sichtbarkeit aus Entfernung, Materialbeständigkeit und Befestigungsbedingungen prüfen.
  • Für Karten und Plakate Grafiken in hoher Auflösung anlegen und Farbprofile beachten.

Häufige Fragen

Ist DIN lang ein normiertes Format?

DIN lang selbst ist nicht genormt; als exaktes Drittel von A4 ergibt sich 99 × 210 mm, daneben existiert die verbreitete Variante 105 × 210 mm.

Welche Visitenkartengröße gilt in Deutschland?

In Deutschland ist 85 × 55 mm üblich; nahe Varianten sind 85 × 54 mm sowie andere internationale Maße.

Welche Maße gelten für Postkarten im Versand?

Standard ist DIN A6 (105 × 148 mm). Die Deutsche Post erlaubt Postkarten von 140 × 90 bis 235 × 125 mm; Mindestgewicht 150 g/m².

Wie viel Anschnitt sollte eingeplant werden?

Für Druckprodukte sind 2–3 mm Anschnitt üblich, um saubere Schnittkanten sicherzustellen.